DJV

Im Deutschen Journalisten-Verband bin ich neu gewählter Landesvorsitzender im Landesverband Baden-Württemberg. Beim Gewerkschaftstag im Oktober 2020 haben wir ein tolles Team mit guten Ergebnissen bekommen, und außerdem wichtige Beschlüsse für die Zukunft gefasst.

Stimmkarte beim DJV-Gewerkschaftstag am 16./17.10.2020 in Karlsruhe

Nachdem unsere bisherige Landesvorsitzende Dagmar Lange den Verband sicher durch stürmische Zeiten gelenkt hat, trat sie nicht mehr an, wie auch Schatzmeister Christoph Holbein. Neben mir wurden mit beeindruckenden Ergebnissen Manfred Herbertz, Geraldine Friedrich, Christine Bilger und Wolfgang Heinzel gewählt. Ein gut gemischtes Team nach Medien, Himmelsrichtungen und Geschlechtern. Auf die Zusammenarbeit freue ich mich sehr!

Was wir beschlossen haben

In unserer Karlsruher Erklärung zur Verteidigung der Pressefreiheit beziehen wir Stellung gegen Versuche, uns Journalist*innen einzuschüchtern. Dazu brauchen wir die Unterstützung unserer Redaktionen, Verlage und Sender.

In Zeiten zunehmender Tarifflucht und des sowieso um sich greifenden Medienwandels müssen wir gerade in der Krise darauf achten, dass Arbeitsverhältnisse erhalten bleiben oder wieder sicherer werden.

Verbandsarbeit

Wir haben Veränderungen in der Struktur beschlossen. Dazu können wir in der Fläche effektiver werden. Aber das entlässt uns nicht aus der Verantwortung, auch vor Ort präsent zu sein.

Perspektivisch könnte ich mir eine Doppelspitze in Kreis- oder Regionalverbänden vorstellen, um die Arbeit besser aufzuteilen, bisherige Vorsitzende zu halten, und neue hinzuzugewinnen. Natürlich nur dort, wo es sinnvoll ist. Ohnehin wird viel mehr digital stattfinden.

Wir müssen ran an die Ausbildung! Volontären und Einsteigerinnen erklären, warum sie uns brauchen und wir sie. Dort, wo wir noch nicht oder nicht mehr dabei sind, würde ich gerne wieder mehr mit den Medienhäusern ins Gespräch kommen. Hier können wir sicher auch von anderen Landesverbänden lernen. In Zukunft sollten wir auch unbedingt darauf achten, wie wir Gruppen unterschiedlicher Herkunft besser ansprechen können.

Wir haben mit großer Mehrheit eine neue Social-Media-Stelle für Campaigning & Community geschaffen. Vielen Dank an den Kreisverband Mannheim-Heidelberg für diese hilfreiche Initiative! Diese halbe Stelle gilt es jetzt zu besetzen. Zusammen mit unserem Verbandsorgan, dem Blickpunkt, und weiteren Potenzialen wie einem möglichen neuen Podcast können wir eine Gesamtstrategie für unsere Außenwirkung entwickeln.

Wir haben eine neue Beitragsstruktur beschlossen. Damit sorgen wir für mehr Gerechtigkeit, indem wir mehr Abstufungen für den Mitgliedsbeitrag einführen. Hier hat unser bisheriger Schatzmeister Christoph Holbein ganze Arbeit geleistet. Das hilft vor allem den Freien und unteren Gehalts- bzw. Lohngruppen. Außerdem können wir so auch den Zugang für Neumitglieder erleichtern. Gerade jetzt in der Krise ist das gut für alle Seiten. Wir können noch viel offener auf neuere Berufsgruppen wie YouTuber und Bloggerinnen zugehen. Zumal es viele Freiberufliche gibt, die sich mit anderen Jobs zusätzlich absichern müssen.

Was für die Zukunft bleibt

Wir müssen wieder mehr über Journalismus diskutieren! Wo wollen wir hin, wie definieren wir uns, wie grenzen wir uns ab? Wir sollten nicht nur unser Berufsbild überdenken, sondern auch überlegen, wie wir mit denjenigen umgehen wollen, die uns abschaffen wollen. Verständnis bei Sorgen und Unklarheiten, aber klare Kante, wenn wir grundsätzlich in Frage gestellt oder angefeindet werden.

Für mutigen Journalismus unter schwierigen Bedingungen könnten wir einen Journalistenpreis stiften, vielleicht in Zusammenarbeit mit anderen Trägerinnen.

Tarifarbeit

Die Tarifflucht vieler Verlage ist besorgniserregend. Von manchen wird die aktuelle Krise als Entschuldigung genommen, um Redakteurinnen freizustellen oder in Kurzarbeit zu gehen, obwohl es vielleicht genug Arbeit für alle gibt. Das Nachsehen haben am Ende beide Seiten, denn die verbliebenen haben schon jetzt oft mehr als genug zu tun. Dabei sind wir schon länger einem Medienwandel ausgesetzt, der gestaltet werden will.

Dabei wird es vielleicht nicht mehr immer vornehmlich um Erhöhungen gehen. In der Krise geht es erst einmal um die Sicherung des Erreichten. Und dort, wo wir schon gut aufgestellt sind, sollten wir auch andere Berufsgruppen in den Blick nehmen. Gerade in technischen Berufen sind die Arbeitsverhältnisse oft unsicher.

Wie wir uns aufstellen

Im Landesvorstand müssen wir in einer neuen Konstellation ohnehin zu einer anderen Aufteilung kommen. Als Vorsitzender will ich immer ansprechbar sein für die Ausschüsse, Kreisverbände und Mitglieder. Dazu bin ich gerne per Mail oder telefonisch erreichbar, Freitags auch in der Geschäftsstelle.

Falls Sie Fragen oder Anregungen haben, schreiben Sie mir: pfalzgraf[ät]djv[minus]bw[punkt]de